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Themen Burgen & Schlösser Jagdresidenz Hummelshain
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Jagdresidenz Hummelshain

Einzigartiges Erbe höfischer Jagdkultur

tmb_SHK-Land_0963Die JagdresidenzDas im 13. Jahrhundert gegründete Dörfchen Hummelshain entwickelte sich ab 1494 zu einer Jagdresidenz der ernestinschen Fürsten. Diese weilten zeitweise in Hummelshain um in den umliegenden Wäldern Hirsche und anderes Großwild zu jagen. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde bei einzelnen Pirschgängen und zu großen Treibjagden das Wild erlegt. Mit dem Bau der Jagdanlage auf dem Rieseneck (ab ca. 1550) und dem Hetzgarten am Alten Schloss (ab 1717) änderte sich das adlige Jagdverhalten Neben dem Betreiben der Jagd trat die Ausübung eines fürstlichen Privilegs mit garantiertem Jagderfolg als herrschaftliches und gesellschaftliches Ereignis in den Vordergrund. Die Jagdanlagen und Schlösser in Hummelshain dienten damit zunehmend der Repräsentation fürstlichem Herrschaftsanspruch. Das Residenzdorf Hummelshain und die Jagdanlage Rieseneck sind ein gut erhaltenes Beispiel fürstlich-europäischer Jagdtradition und sind aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes einmalig in Europa. Insbesondere die enge Verbindung zwischen den Schlössern und den im Dorf verteilten Wirtschaftsgebäuden wie Marstall, Gutshof, Wäscherei, Hofgärtnerei, Schmiede, Kutscherhaus und Wagenremise zeigen die enge Verquickung zwischen adeliger Residenz und bäuerlichem Dorf.

Führungen zum Residenzdorf Hummelshain auf Anfrage möglich.


Das Alte Schloss

Das Alte Schloss entstand ab 1668 anstelle des fürstlichen Jagdhauses unmittelbar am nördlichen Ortsrand von Hummelshain. Mit dem Küchenhaus und Stallgebäude bildete das Alte Schloss ursprüngliche eine vierflügelige Anlage. Obwohl weder groß noch besonders auffällig bildete es mit dem direkt angrenzenden Hetzgarten und der Jagdanlage eine repräsentative Anlage, welche auch von anderen deutschen Adelsfamilien zu repräsentativen Jagdereignissen genutzt wurden. So weilte 1831 die bayrische Königin Therese von Bayern mit ihrem Sohn in Hummelshain. Höhepunkt adligen Besuchs in Hummelshain waren jedoch sicherlich die Hofjagden 1891 und 1894 an denen der deutsche Kaiser Wilhelm II. teilnahm. Dieser übernachtete damals schon im Neuen Schloss.

Momentan Umbau zu altersgerechten Wohnungen. Besichtigung nur von außen möglich.

 

Das Neue Schloss

Im 19. Jahrhundert reichte das Alte Schloss den Ansprüchen an Repräsentativität und Komfort den Herzögen von Sachsen-Altenburg nicht mehr aus. Statt das Alte Schloss umzubauen, wurde ein Neubau an schöner Stelle im Schlosspark favorisiert. Das Alte und das Neue Schloss bildeten ein durch den Schlosspark verbundenes Ensemble. Gleichzeitig wurde durch die Einzellage am Wald und Tiergarten mehr Exklusivität erreicht. Gemäß dem Geschmack der Zeit entstand von 1880-85 das neue Schloss im Stil des Historismus mit repräsentativen Zimmern im Erdgeschoss, Freitreppen, Gartenterrassen und einem 42 Meter hohen Turm.

Besichtigung jeden Sonntag Mai-Oktober um 14 Uhr und 15 Uhr möglich. Eintritt: 5,-€ pro Person.

 

Hetzgarten & Schlosspark

Der 1717 angelegte Hetzgarten diente der eingestellten Jagd, bei der das zusammengetriebene Wild durch den mit Tüchern (Lappen) abgehängten Hetzgarten am Schießhaus vorbeigetrieben wurde. Aus diesem Pavillon schossen die herrschaftlichen Jäger und Jägerinnen auf das vorüberlaufende Wild. Nach dem Ende der eigentlichen Jagd ging die Jagdgesellschaft im Schloss zum Jagdbankett über.

Im 19. Jahrhundert wurde der Hetzgarten nicht mehr zur Jagd genutzt. Es reiften Pläne zur Anlage eines Landschaftsparkes nach englischem Vorbild, die ab 1832 mit aufwendigem Blumenschmuck, ausgesuchtem Baumbestand, der Errichtung eines Teehauses. Auch entstand eine Hofgärtnerei.

Mit der Anlage des Parkes wandelte sich auch der Charakter der Residenz. Die Jagdresidenz mit Aufenthalten während der Brunftzeit im Herbst wurde allmählich zur Sommerresidenz der herzoglichen Familie Sachsen-Altenburg.

Mit dem Neubau des Neuen Schlosses entwickelte der Gartengestalter Eduard Petzold die Idee der Anlage eines riesigen Landschaftsparkes, der neben der Jagdanlage, den Jagdgründen auch die Leuchtenburg und das Wasserschloss Fröhliche Wiederkunft in Wolfersdorf umfassen sollte. Außer der Anlage von schnurgeraden alleenartigen Wegen entlang von Straßen und im Wald wurde nur der Schlosspark um die Schlösser in Hummelshain neu gestaltet und eine Sichtachse zwischen den Schlössern hergestellt.

Besichtigung Mai-Oktober 10-16 Uhr möglich.