Die Wasserburg Schkölen
Wer sich auf eine Entdeckungstour nach Schkölen begibt, wird überrascht sein, inmitten des Stadtzentrums eine gut erhaltene Wasserburg vorzufinden. Noch mehr wird es den Besucher überraschen, wenn er aus der Burggeschichte erfährt, dass die einst verlassene Burganlage erst ab Ende der 1960-er Jahre von den Einwohnern der Stadt ausgegraben und teilweise rekonstruiert wurde. Grabungen wurden bis 2008 durchgeführt, bei denen unbekannte Gewölbe und Gänge ans Tageslicht kamen. Leider mussten diese teilweise wieder geschlossen werden, weil der Wasserspiegel ein Begehen der Gewölbe unmöglich macht.
Die kleine aber feine Burganlage mit zwei Rundtürmen incl. Kuppelgewölben sowie zwei halbrunden Türmen, einer Zugbrücke mit Haspelwerk und den sichtbaren Überresten einer Kapelle und eines kleinen Wohnpalais bietet dem Besucher einen abenteuerlichen Blick in die Zeit vor über 1000 Jahren. Als einstige Rückzugsburg (wahrscheinlich slawischen Ursprungs) diente sie später als östlicher Posten der Pfalz Dornburg und Lehn-Sitz verschiedener Herren. Persönlichkeiten wie Wiprecht von Groitzsch, die Gebrüder von Bünau oder August der Starke waren einstige Besitzer der Burg.
Der Burgverein Schkölen bemüht sich derzeit ein kleines Museum in einem der Burgtürme einzurichten. Führungen können mit einem tragbaren Audioguide oder auf Anfrage durch Vereinsmitglieder durchgeführt werden.
Eine Zeitreise der besonderen Art bietet der Burgverein mit einem Stadtrundgang auf den Spuren der Heimatdichterin Juliane Richarde Peter, die Schkölener Geschichte in poetischer Weise festhielt.
Höhepunkt im Jahreslauf ist das Burg- und Stadtfest, welches immer am 2. Samstag im September stattfindet. Neben dem bunten Markttreiben und der Krönung der Hopfenkönigin von Schkölen werden Wettstreite wie Hopfenpflücken und Burgsteinstoßen veranstaltet.
Alljährlich am Samstag vor dem 2. Advent lädt der Burgverein zum Adventskränzchen auf die Wasserburg ein. Inmitten des romantischen Amiente erfahren die Gäste vorweihnachtliche Stimmung fern ab von allem Kommerz.
Im einstigen Forsthaus, das als Fachwerkhaus inmitten der Burg steht, lädt das gemütliche Burgcafé zu Speis und Trank. Hier kann man die Geschichte der Stadt auf einem handgefertigten Wandfries nacherleben. Auch dafür steht ein entsprechender Audioguide zur Verfügung.
Sehenswert sind in Schkölen auch die barocke Pfarrkirche, sowie das restaurierte Rittergutshaus, beide in nächster Nähe der Burganlage.
Wer noch mehr über die archäologischen Schätze im Umfeld von Schkölen erfahren möchte,
der kann sich auf den 2011 eingerichteten archäologischen Rundwanderweg begeben. Entsprechendes Informationsmaterial gibt es in der Wasserburg oder der Stadtverwaltung Schkölen.
www.burgverein-schkoelen.de
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