interaktive-karte
 Schnellsuche nach Unterkünften
Themen Thüringer Porzellan Porzellangeschichte
PDF Drucken

Luxus und Leidenschaft

... mehr als 250 Jahre Tradition

tmb_IMG_23001760 entdeckte Georg Heinrich Macheleid in Sitzendorf das „Arkanum“. Ein Sand aus einem Steinbruch bei Königsee ließ sich in Porzellan verwandeln. Zeitgleich entdeckten auch im nicht weit entfernten Katzhütte Hammann und in Limbach am Rennsteig die Greiners das Geheimnis der Porzellanherstellung. Als erstes erhielt Macheleid die Konzession zur Errichtung einer Porzellanmanufaktur, die schon 1762 in die Nähe des Schwarzburgischen Fürstenhofes nach Volkstedt bei Rudolstadt verlegt wurde.
Kunstfertige Figuren und Geschirr aus Porzellan waren Statussymbole an europäischen Adelshöfen. Zum Überleben mussten die Thüringer Manufakturen erschwingliches Porzellan für das
Kleinbürgertum und die Landbevölkerung herstellen. Neben Geschirr und Figuren wurden in Massen Besteckgriffe, Schreibzeug, Knöpfe, Näpfe und Pfeifenköpfe hergestellt. Dieses Porzellan war kein künstlerisch hochwertiges Erzeugnis, sondern stilsicher ästhetisch gestalteter Alltagsgegenstand und manchmal leichtverkäuflicher Kitsch. So entwickelte Thüringer Porzellan seinen eigenen Charakter: kraftvoll, frisch-naiv und immer am Puls der Zeit. Auch namenhafte Künstler wie Henry van de Velde entwarfen
Formen und Dekore. Davon zeugen die noch heute begehrten Porzellan-Repliken eines Service nach einem Entwurf van de Veldes aus dem Jahr 1914 für die Porzellan-Manufaktur Selle in Jena-Burgau.

 

Ihr Kulturerlebnis: Porzellan trifft auf Mittelalter

Weithin sichtbar, malerisch über dem Tal gelegen, ist die Leuchtenburg berühmt für einen atemberaubenden Panoramablick und ihr fast vollständig erhaltenes Burgensemble mit fast 800-jähriger Geschichte. Neben längst vergangenen Zeiten wird hier ein Werkstoff inszeniert, der in Thüringen eine besondere Tradition hat: Porzellan.
Die Leuchtenburg hat eine der umfangreichsten Sammlungen Altthüringer Porzellane aus dem 18. und 19. Jahrhundert – darunter besondere Stücke mit der Bodenmarke „Leuchtenburg“. Diese Sammlung ist aus den Archiven heraus geholt und den Blicken der Besucher eröffnet worden – in Schaumagazinen. Eine erste Sonderausstellung der Porzellanwelten ist bereits erlebbar: Wertvollstes Porzellan vom Meeresgrund des Indischen Ozeans erblickt nach mehr als 460 Jahren wieder das Tageslicht.
Die Ausstellung thematisiert die Bergung eines um 1550 vor Indonesien gesunkenen Schiffswracks, das unglaubliche 700.000 Porzellanstücke aus der Wanli-Dynastie an Bord hatte.

 

 

Leuchtenburg

Dorfstraße 100

07768 Seitenroda

 

Öffnungszeiten

Tägl. 09-18 Uhr

Nov – Mrz 10-17 Uhr

 

tmb_IlmenauerPorzellanGoeth tmb_Weinkelch

 

Residenzschloss Heidecksburg in Rudolstadt

In der Porzellangalerie des Barockschlosses finden Sie eine der umfangreichsten Sammlungen historischen Thüringer Porzellans. Das Schloss war Stammsitz der Schwarzburger Fürsten und verfügte ab 1762 über eine eigene Porzellanmanufaktur in seinem Territorium. Weitere Porzellanmanufakturen kamen dazu. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Porzellanfiguren der Schwarzburger Werkstätten, für die ab 1909 Ernst Barlach, Gerhard Marcks und viele weitere namenhafte Künstler tätig waren.

 

Thüringer Landesmuseum Heidecksburg

Schlossbezirk 1

07407 Rudolstadt

Öffnungszeiten

Di – So 10-18 Uhr

(Nov – Mrz 10 -17 Uhr)

 

Höfisches Porzellan im Dornburger Rokokoschloss

Luxusgüter wie Porzellan gehörten zur höfischen Kultur, sei es als Geschenk, Tafelgeschirr oder als Interieur, wie im Speisesaal des Dornburger Rokokoschloss.

Behutsam und traditionsbewusst ließ Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach das Rokokoschloss in Dornburg mit einer wertvollen Porzellansammlung ausstatten. Kunstvoll arrangiert passt sich das das kostbare chinesische und Delfter Porzellan harmonisch in die Architektur ein, deren Farbigkeit das edle Interieur betont. Tafelaufsätze aus Meißen und Porzellanleuchter von Emile Gallé runden das Bild ab.

Aus solchen fürstlichen Sammlungen schöpften die Thüringer Manufakturen ihr kreatives Potenzial und entwickelten es mit Erfolg weiter.

 

Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Dornburger Schlösser

Max Krehan Straße

07778 Dornburg

 

Öffnungszeiten:

April-Oktober

Di – So 10 – 18 Uhr